Zellcheck Handscan für Diagnosen ungeeignet
Gastbeitrag: medizin transparent
Der „Zellcheck“-Hand-Scan soll einen Mineralstoffmangel oder Giftstoffe im Körper feststellen können. Belege für die Verlässlichkeit dieses Verfahrens fehlen jedoch.
Es dauert nur einige Minuten – und schon bekommt man mit der „Zellcheck“-Messung eine umfangreiche Analyse des eigenen Gesundheitszustands. Das legte zumindest die Webseite zell-check.com nahe, über welche die Messmethode beworben wurde. Seit ca. April 2025 ist die Webseite allerdings nicht mehr aufrufbar. Dennoch wird die Zellcheck-Messung noch immer in etlichen Apotheken und Arztpraxen angeboten – scheinbar auch unter dem Namen „Oligoscan“. Vier kurze Scans der Handinnenfläche reichen angeblich, um einen Mangel an Mineralstoffen zu erkennen. Das klingt deutlich praktischer als aufwändige Bluttests, Harnuntersuchungen und anderen Diagnoseverfahren, bei denen man tagelang auf die Auswertung durch ein Labor warten muss. Weiters lässt sich mit dem Zellcheck angeblich erkennen, ob sich in den Körperzellen giftige Metalle in bedenklicher Konzentration angesammelt haben.
Seriöse Messung?
Die Zellcheck-Messungen scheinen der Online-Werbung einer Apotheke zufolge eine Lösung für viele Gesundheitsprobleme zu bieten. Die Rede ist beispielsweise von mehr geistiger und körperlicher Leistungsfähigkeit, höherer Libido und besserem Schlaf. Die Auswertung beinhaltet sogar Angaben dazu, ob die eigene Haut zu Falten neigt, ob man eine Tendenz zu Haarausfall hat oder ob der Blutzucker gut reguliert wird. Wie seriös sind diese Behauptungen? Sind die Messungen verlässlich?
Verlässlichkeit unklar
Ob die Zellcheck-Methode beim Erkennen von Nährstoffmängeln oder Metallbelastungen ver-lässlich ist, kann nur der Vergleich mit anerkannten Messmethoden zeigen. Trotz aufwändiger Re-cherche in fünf Forschungsdatenbanken konnten wir keine einzige Studie zur Verlässlichkeit der Zellcheck-Methode finden – auch unter dem Namen „Oligoscan“ nicht. Als Beleg wird lediglich ein Gutachten einer Fachärztin erwähnt, in dem jedoch keine Zellcheck-Messungen mit anerkannten Diagnosemethoden verglichen wurden. Unklar ist zudem, was beim Zellcheck eigentlich gemessen wird: In Auswertungstabellen fehlen Maßeinheiten, sodass offen bleibt, ob es sich um Konzentrationen, Mengen oder andere Angaben handelt.
Keine Diagnose möglich
Einen Mineralstoffmangel kann man nur feststellen, wenn man den gemessenen Wert mit einem wissenschaftlich fundierten Normalwert vergleicht. Solche Untersuchungen sind für den Zellcheck nicht veröffentlicht. Dennoch finden sich in den Aus-wertungstabellen Angaben dazu, ob sich ein Wert im Idealbereich befindet oder nicht. Auf der Un-ternehmenswebseite selbst stand, der Test erlaube es nicht, „auf Grund der ermittelten Werte eine Diagnose zu erstellen oder Heilaussagen zu tätigen“ – ein klarer Widerspruch zu vielen Werbeaussagen.
Fragliche Funktionsweise
Bei einem Zellcheck-Test wird das Messgerät viermal an unterschiedlichen Punkten der Handinnenfläche gehalten. Es schickt Lichtblitze aus und nimmt Bilder der Haut auf. Diese Bilder werden laut Vertriebsfirma online an eine zentrale Datenbank mit angeblich mehr als 100.000 Gewebeproben-Bildern übermittelt. Ein Vergleich soll Aufschluss über die Mineralstoffversorgung und Schadstoffbelastung geben. Ob ein solcher Bildvergleich dazu tatsächlich in der Lage ist, bleibt jedoch fraglich – die Datenbank und ihre Ergebnisse lassen sich nicht unabhängig überprüfen.
„Wenn Diagnose unwissenschaftlich wird: Von Vitalfeld, Bioresonanz und Skalarwellen“
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Fiona Walatscher
Image: Generated with A.I.
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