Abzocke durch K.I. Apps
Autor: Peter Kolba
Bekannte Schlager mit der eigenen Stimme singen, zu bekannten Rhythmen wilde Tanzschritte ausführen oder Trump und Putin raufen lassen, die Apps mit Künstlicher Intelligenz sprechen die Kreativität des vorwiegend jungen Publikums auf Tiktok oder anderen Kanälen an. Doch in der wunderbaren Welt von „Wisch und weg“ mit einer Aufmerksamkeitsspanne von rund 3 Sekunden lauern auch Gefahren für die Geldbörse der Jugendlichen oder ihrer Eltern.
Wir haben die Probe aufs Exempel gemacht. Die Apps scheinen zunächst gratis zu sein, doch kaum will man ein Projekt posten kommen schon die Basiskosten daher; man soll ein Abo abschließen. Rund 10 Euro pro Woche(!) oder rund 70 Euro pro Jahr sind etwa bei der App Shots zu berappen.
Die App Mozart verspricht, dass man damit in wenigen Minuten einen Song selbst kreieren, den Song in ein Video umwandeln und verbreiten kann. Also macht man sich ans Werk, erdichtet einen Text, sucht sich ein Musik-Genre aus, lädt ein Foto von sich hoch, fügt die eigene Stimme ein und kreiert daraus ein Musikvideo, das man dann in den Sozialen Medien verteilen kann.
Doch der Marketing-Teufel steckt im Detail. Man erstellt mit viel Freude ein individuelles Musik-Video und will es teilen. Doch da stößt man darauf, dass —gestaffelt nach 20, 40 oder 60 Sekunden — neuerlich Geld zu zahlen ist. Immerhin rund 8, 15 oder 24 Euro.
Doch wenn man zahlt und dann das Ergebnis sieht, dann kommt es vor, dass man während des Intros eines Liedes im Bild steht und schon den Mund bewegt. Kein gutes Ergebnis. Aber kein Problem, man kann ja alles ändern.
Also synchronisiert man Gesang mit Mundbe-wegungen und will das verbesserte Video teilen. Doch da schlägt wieder der Staffelpreis zu. Auf
diesem Weg gelingt es in kurzer Zeit 50 und mehr Euro auszugeben um einen Clip von 60 Sekunden zu erzeugen.
Diese Apps sprechen die Kreativität der Kunden an. Sie werden auf Tiktok auch mit jeweiligen Bei-
spielen beworben. Wenige Fingertipps und man hat ein Abo und vielleicht sogar Zusatzkosten je Produktion.
„Marina, Marina“ selbst gesungen vor einem Palmen-strand oder tanzen wie Shakira kann also ganz schön teuer werden.



Fiona Walatscher
Image: Generated with A.I.
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Fiona Walatscher
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