Sun Contracting & Green Finance Anlegerschäden

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Die Sun Contracting Gruppe und die Green Finance Gruppe waren zwei eng miteinander verbundene Unternehmensgruppen. Beide finanzierten sich vorrangig über Kapital von Privatanlegern, denen eine sichere Geldanlagen mit hohen Renditen versprochen wurde, jetzt haben fast alle Unternehmen beider Konzerne die Insolvenz angemeldet und die Anleger sind mit dem Totalausfall ihrer Investments konfrontiert.

Die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft ermittelt bereits im Sun-Contracting und Green Finance-Netzwerk wegen des Verdachts auf Betrug, Untreue und Bilanzfälschung.

In den bereits laufenden Insolvenzverfahren der Green Finance wird gerade geprüft, welche konkreten Ansprüche betroffene Anleger geltend machen können und wie die Chancen um Rückzahlung stehen. Da es sich meist um nachrangige Forderungen handelt, könnten Anleger aber das gesamte aufgewendete Kapital verlieren. Eine Anmeldung von Forderungen der Sun Invest und Sun Contracting AG Ansprüchen erfolgte bereits für Mitglieder des VSV.

Sachverhalt

Die Sun Contracting und Green Finance Gruppen waren ein Netzwerk aus Unternehmen mit Sitz unter anderem in Liechtenstein und Österreich. Sie betrieben Solaranlagen (PV-Contracting): Das heißt, sie errichtete, betrieb und wartete Solaranlagen auf Dächern oder Freiflächen, ohne dass die Anlagen-Eigentümer selbst investieren mussten, daneben wurden auch andere nachhaltige Investments angeboten. Ihr Finanzierungsmodell war stark auf Kapital von Privatanlegern ausgelegt, die in Form von Nachrangdarlehen und Nachranganleihen in Ihre Gesellschaften investiert haben.

Diese Anlageprodukte wurden über diverse Brokergesellschaften vermittelt. Das Versprechen: es handelt sich um eine sichere Geldanlage in nachhaltige Energie, für die Investoren eine hohe Rendite bekommen.

Aufgrund hoher Vorlaufkosten und Abhängigkeit von schwankenden Strompreisen war das Geschäftsmodell allerdings grundsätzlich riskant und wurde durch Inflation und steigende Zinsen zusätzlich belastet, was die Insolvenz der Unternehmen Ende 2025 und im März 2026 zur Folge hatte. Die aktuellen Ermittlungen der WKStA legen außerdem nahe, dass auch Fehlverhalten seitens des Managements der Unternehmen bestanden haben muss.

Das Problem der nachrangigen Investments

Viele Kleinanleger haben über nachrangige Darlehen und Anleihen investiert– diese sind im Insolvenzfall besonders gefährdet. Denn nachrangige Investments werden in den Insolvenzverfahren nachrangig zu den sonstigen Insolvenzforderungen behandelt. Die Anleger können ihre Forderungen zwar im Insolvenzverfahren anmelden, werden aber erst nach allen anderen Gläubigern bedient. Dadurch ist eine Insolvenzquote von 0 Prozent nicht unwahrscheinlich.

Laufende Gerichtsverfahren

Mit Beschluss des Fürstlichen Landgerichtes vom 05.11.2025 wurde über das Vermögen der Sun Contracting AG und der Sun Invest AG, im Fürstentum Liechtenstein, das Insolvenzverfahren eröffnet.

Nach der am 21.01.2026 in Liechtenstein abgehaltenen Prüfungstagsatzung, welche durch unseren Liechtensteiner Kooperationsanwalt besucht wurde, hat sich gezeigt, dass die Masseverwalter mit einer sehr großen Menge an Forderungsanmeldungen beschäftigt sind. Für Betroffene, deren Forderungen noch nicht angemeldet wurden, bestand weiterhin bis zum 01.04.2026 die Möglichkeit, dies noch zu veranlassen. Unser Kooperationsanwalt wird weiterhin die Anmeldungen im Rahmen der Sammelaktion vornehmen. Inhaltliche Entscheidungen zu den angemeldeten Forderungen wurden noch nicht getroffen. Mit einer inhaltlichen Prüfung ist erst im Laufe des Jahres 2026 zu rechnen.

Ebenso wurde mit 29.03.2026 das Insolvenzverfahren über die Green Finance Group AG, die Green Finance Capital AG und die Green Finance Broker AG in Liechtenstein eröffnet. Hier müssen betreffend des weiteren Vorgehens ebenfalls die ersten Prüfungstagsatzungen abgewartet werden.

Über die nachstehenden Gesellschaften wurde das Insolvenzverfahren in Österreich eröffnet:

•Sun Contracting Austria GmbH

•Sun Contracting Engineering GmbH

•Sun Contracting Norica Plus GmbH

•Sun Contracting Projekt GmbH

•Sun Contracting Solutions GmbH

•LVA24 Prozessfinanzierer GmbH

•Alle Green Business Center GmbH mit Sitz in Österreich

Zu den Insolvenzverfahren in Österreich können sich Anleger über die Ediktdatei der österreichischen Justiz am Laufenden halten.

Wenn Sie Anleger einer österreichischen Tochterfirma sind, können wir keine Anmeldung im Insolvenzverfahren mehr durchführen. Sie können jedoch, je nach Verfahrensstand selbstständig eine Forderungsanmeldung durchführen.

Die hierfür erforderlichen Formulare („Forderungsanmeldung im Insolvenzverfahren“) finden Sie auf der Website der österreichischen Justiz unter: https://justizonline.gv.at/jop/web/formulare/gruppe/3

Hier müssen Sie die erste Option „Anmeldung einer Forderung“ wählen und dann die gewünschte Eingabemethode (postalisch oder online etc) wählen um zum Formular zu gelangen.  Das zuständige Insolvenzgericht sowie das entsprechende Aktenzeichen (Geschäftszahl) können Sie über die Ediktsdatei der Republik Österreich ermitteln.

Strafverfahren:

In Österreich ermittelt die WKStA bereits gegen mehrere Personen und Unternehmen der Sun Contracting/ Green Finance Gruppe strafrechtlich. Parallel dazu hat auch die liechtensteinische Staatsanwaltschaft in dieser Angelegenheit ein strafrechtliches Ermittlungsverfahren aufgenommen.

Im Strafverfahren wird unser Kooperationsanwalt den Privatbeteiligtenanschluss für VSV-Mitglieder KOSTENLOS vornehmen. Zusätzlich wird derzeit geprüft, ob eine Durchsetzung möglicher Ansprüche mit Unterstützung eines Prozessfinanzierers sinnvoll ist.