Deckungslücken – Fremdwährungskredite – Lebensversicherungen

Fremdwährungskredite, bei denen der Wechselkurs entgleist ist und Lebensversicherungen die nie die versprochene Performance erreichen führen zu hohen Deckungslücken und dazu, dass man fürchten muss, das Eigenheim an die Bank zu verlieren oder für die angestrebte Zusatzpension durch die Finger zu schauen.

Der Verbraucherschutzverein bietet – wegen Lichtblicken in der Rechtssprechung – nun eine Sammelaktion für Betroffene an, die – sowie wir Chancen auf Durchsetzung von Ansprüchen gegen Bank, Versicherung, Finanzdienstleister sehen – Vorschläge zur Minimierung der Deckungslücken bekommen.

Der Verbraucherschutzverein startet nun folgende (präventive) Sammelaktion: Wenn Sie Angst vor einen erheblichen Deckungslücke haben, ersuchen wir Sie und hier Basisdaten Ihrer Verträge mitzuteilen. Sowie wir die Rechtssprechung für günstig halten, diese Deckungslücke zu minimieren, bekommen Sie von uns Vorschläge, wie das möglich wäre. Es ist sicher noch Geduld gefragt, aber die Anmeldung hier ist kostenlos und unverbindlich!

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Vor der Finanzkrise 2008 haben Banken, Versicherungen und Finanzdienstleister zum Halali auf Sparbuchsparer geblasen.

Bei Kreditwünschen für ein Eigenheim oder zur Finanzierung eines Wohnungskaufes oder zur Pensionsabsicherung wurde den Menschen eingeredet, dass es besonders schlau wäre, wenn man einen Kredit nicht in Euro, sondern zB im Schweizer Franken aufnehme und der Kapitalbetrag erst am Ende einer langen Laufzeit zurückzuzahlen sei.

Bis dahin sollte man zB mit fondsgebundenen Lebensversicherungen jenen Betrag – mit guten Zinsen – ansparen, den man am Ende der Laufzeit des Fremdwährungskredites zurückzahlen müsse. Dann habe man eine Pensionsabsicherung oder ein Eigenheim und noch eine Stange Geld, die übrig bliebe.

Auf die erheblichen Risiken (Wechselkurs, Zinsänderung, Ausfall von Tilgungsträgern) wurde häufig nicht hingewiesen.

Erst 2008 hat die Finanzmarktaufsicht solche Kredite an Verbraucher verboten. Doch waren bereits hunderttausende dieser riskanten Produktkombinationen verkauft.

In Folge der Finanzkrise haben sich zum einen der Wechselkurs zum Schweizer Franken verschlechtert und zum anderen konnten die Lebensversicherungen bei weitem nicht so performen, wie das versprochen wurde. Daher taten sich für Kreditnehmer immense Deckungslücken auf. Wer in den nächsten Jahren einen solchen Kredit zurückzahlen muss, weiß heute oft nicht, wie das zu schaffen sein wird.

Der Verbraucherschutzverein (VSV) sieht Lichtblicke in der Rechtssprechung in Österreich: 

Wenn Umrechnungsklauseln in einem Fremdwährungskredit intransparent sind, dann fallen diese als gesetzwidrige Verträge – so EuGH und OGH – weg. Die Konsequenzen muss die Judikatur erst noch herausarbeiten. Man muss – so hoffen wir – nur den in Euro erhaltenen Betrag zurückzahlen. Wieviel an Zinsen man für die jahrelange Nutzung des Kreditbetrages der Bank zahlen muss, wird auch erst ausjudiziert.

Wenn bei einem Lebensversicherungsvertrag die Belehrung über ein Rücktrittsrecht fehlt oder extrem falsch ist, kann man „lebenslang“ vom Vertrag zurücktreten. Konsequenz: Man kann alle bezahlten Prämien (abzüglich Risikoanteil und Versicherungssteuer) zurückverlangen und bekommt dafür auch – drei Jahre zurück – Zinsen zugesprochen.

Schließlich bieten die hohen Provisionen an Keiler, die Banken und Versicherungen bezahlt haben, einen Ansatz für Schadenersatz. Denn wenn den Kunden nicht klar gesagt wurde, dass die ersten Einzahlungen auf Lebensversicherungen gar nicht als Kapital angelegt werden, sondern in Kosten aufgehen, dann hat man da ebenfalls Chancen auf Rückforderungen.

Der Verbraucherschutzverein bietet derzeit eine Sammelaktion an, bei der man sich als Problemfall melden kann. Doch dann ist noch Geduld gefragt: Der VSV wird, wenn die Rechtssprechung soweit ist, gegen leistbares Entgelt  einen Vertragscheck anbieten und Vorschläge machen, wie man die Deckungslücken minimieren kann.

Wir werden auch Anwälte empfehlen, die Ansprüche gerichtlich durchsetzen. Entweder mit Deckung durch eine Rechtsschutzversicherung oder durch Risikoübernahme durch einen Prozessfinanzierer, der eine Erfolgsquote bekommt.